Apotheken Umschau schürt Angst vor ketogener / zuckerfreier Ernährung

Heute erreichte mich in einem Posting auf Facebook, der Gruppe von Karen Wiltner, ein Artikel der Apothekenumschau zum Thema Gefährlichkeit von ketogener Ernährung.

Ich habe mir diesen Artikel durchgelesen. Das dauert meist nicht lange, weil die Apothekenumschau für mich eher eine Art „Revolverblatt“, für den Warteraum beim Arzt darstellt und sich meist an Rentner und Menschen, die offenbar wenig Zeit oder Muße haben etwas zu lesen und zu verstehen, richtet. Entsprechend einfach und kurz gehalten sind diese Artikel. Sie sind leider aber auch oft kontrovers und teilweise falsch, stellen Meinungen einzelner Ärzte, wenn auch bereits durch Studien oder wissenschaftliches Vorankommen der Medizin widerlegt, als Richtlinie dar und erzeugen so ein völlig falsches Bild und Angst und Panik, wo Aufklärung passieren sollte. Leider halten sich auch die dortigen Journalisten offenbar nicht so lange mit Artikeln auf und entsprechend wird nicht hinterfragt oder erst einmal recherchiert…

Es geht um folgenden Artikel, den ich hier aus Datenschutzgründen nur verlinke. Durch die Möglichkeit es auch auf Facebook, Twitter, per Mail oder eben als Druck zu teilen, gehe ich von einem Einverständnis aus.

https://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Ketogene-Ernaehrung-Das-sollten-Sie-wissen-551673.html

Mein Kommentar, den ich in bestem Wissen und Gewissen verfasst habe, sah wie folgt aus. Ich hoffe er wird nicht gelöscht und auch veröffentlicht. Alles andere würde zeigen, wie offen oder eben nicht, man dort ist. Immerhin gibt es die Kommentarfunktion, für die man sich erst registrieren muss, ja auch nicht umsonst.

+++ Kommentarbeginn +++

Sehr geehrte Dagmar Fritz,

ich würde mich freuen, wenn sie demnächst etwas besser recherchieren würden. Z.b. Auch indem sie einschlägige Fachliteratur selbst lesen oder sich mit betroffenen/ erfahrenen Menschen einfach einmal unterhalten.

Im kompletten Gegensatz zu ihrem Artikel, der allerlei Halbwahrheiten der Zuckerlobby und Unwissenheit verbreitet – damit die Angst vor einer zuckerfreien Ernährung bewusst schürt, steht dieser Artikel des deutschen Ärzteblattes aus diesem Jahr: https://bit.ly/2TcUOJX

Ich selbst lebe seit mehr als 3 Jahren ketogen. Was Sie hier schreiben: „Bemerkbar macht sich der Mangel an Kohlenhydraten durch Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit, Mundgeruch und Verstopfung.“ stimmt schlichtweg nicht und beschreibt, wenn überhaupt, nur die Entzugserscheinungen, die man durch Zuckerverzicht, die ersten Tage oder Wochen verspürt.

Und weiterhin: „…Auch die Nieren werden durch die Kost stark belastet. „Nierenschäden, Nierensteine und ein hoher Cholesterinspiegel können die Folgen sein“

Tatsächlich aber ist man unter Ketose sehr viel wacher, leistungsfähiger und kann sich besser konzentrieren. Die Cholesterinquotienten, also das Verhältnis von LDL zu HDL Cholesterin gleicht sich in ein gesundes Verhältnis aus. Die Triglyceride sinken, ebenso die Harnsäure. Welche maßgeblich durch eine zu stark verarbeitete kohlenhydratreiche Ernährung in Verbindung mit Fetten hervorgerufen wird. Die Verdauung hängt dabei, wie auch bei normaler Mischkost maßgeblich vom Grad an Ballaststoffen ab. Wer viel Gemüse isst, Leinsamen und andere wertvolle Ballaststoffquellen in die Ernährung einbaut, hat keine Probleme mit Verdauung. Im Gegenteil. Oft ist eine bewusste Low Carb Ernährung die letzte Rettung für einen, durch stark verarbeitete, zuckerhaltige und jahrelang weizenhaltige Ernährung geprägten Lebensstil.

Sie weisen richtiger Weise darauf hin, das auch das Gehirn Glukose als Antrieb benötigt. Dann widersprechen Sie sich gleich im nächsten Absatz, indem sie auch wieder richtig erwähnen, dass sich das Gehirn durch Ketonkörper versorgen kann. Ich nenne Ihnen noch eine weitere Quelle: die Glukoneogenese.

Wikipedia schreibt dazu aus der Fachliteratur der Biochemie, Physiologie und Pathopyshiologie: „Kohlenhydrate sind nicht essentiell, da der Körper sie in der Gluconeogenese unter Energieaufwand aus anderen Nahrungsbestandteilen wie Proteinen und Glycerin selbst herstellen kann. Da insbesondere das Gehirn hochgradig von Glucose als Energieträger abhängig ist und keine Fette verwerten kann, muss der Blutzucker­spiegel in engen Grenzen gehalten werden. Dessen Regulation erfolgt durch das Zusammenspiel von Insulin und Glucagon. Bei Kohlenhydratmangel wird das Gehirn durch Ketonkörper versorgt, was sich z. B. bei einer Diät durch Aceton­geruch bemerkbar macht. Eine völlig kohlenhydratfreie Ernährung wurde im Tierversuch bei Hühnern problemlos vertragen.[31] Auch eine Langzeitstudie an Kindern und jungen Erwachsenen mit der sehr kohlenhydratreduzierten ketogenen Diät zeigte gesundheitliche Unbedenklichkeit

Die ketogene Diät (ich bevorzuge das Wort Ernährungsumstellung – weil es eben dauerhaft und nicht temporär ist) wurde übrigens für Epilepsiekranke überhaupt erst entwickelt und funktioniert bei Kindern so super, dass man seit Jahrzehnten erfolgreich dagegen kämpfen kann. Sie hilft außerdem erfolgreich chronischen Migränepatienten, Insulinresistenten und Diabetikern vom Typ 2 (siehe verlinkter Artikel des Ärzteblattes) Zöliakiekranken, Autoimmunerkrankten und vielen mehr.

Klar, dass unser DGE bestimmtes Gesundheitssystem damit nicht umzugehen weiß. Die Studien dazu häufen sich aber. Sie finden Sie zahlreich auf www.ncbi.nlm.nih.gov, impp.de, medical-tribune.de uvm.

Ich freue mich, wenn ich Ihnen und allen Lesern helfen konnte,

MfG,

Sebastian Franke

www.hashimoto-kampfansage.de

 

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schreibt mir doch, was ihr darüber denkt oder beteiligt euch gleich selbst bei besagtem Artikel. 🙂

Über Sebastian 25 Artikel
Sebastian ist selbst betroffen von Hashimoto Thyreoiditis, Buchautor, Sportler, Übungsleiter und Blogger aus Überzeugung und Leidenschaft. Er gibt sein Wissen nun seit 2015 erfolgreich im Netz, Büchern und in diesem Blog an andere Hashimoto Betroffene, Insulinresistenz-Erkrankte und Interessierte weiter.

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